ArchæoZeit-Blog

Naumachie - Die Inszenierung der ruhmreichen Vergangenheit. Ein Beitrag zur Blogparade #DHMMeer

"La naumaquiao" (Öl auf Leinwand). So stellte sich der spanische Maler Ulpiano Checa eine inszenierte Seeschlacht im Amphitheater vor. Foto: Wikimedia Commons, gemeinfrei.
"La naumaquiao" (Öl auf Leinwand). So stellte sich der spanische Maler Ulpiano Checa eine inszenierte Seeschlacht im Amphitheater vor. Foto: Wikimedia Commons, gemeinfrei.

Das Meer und die Römer - dieses Thema alleine liefert schon eine unüberschaubare Fülle von Stoff zu #DHMMeer. Die Zahl der Implikationen würde schon eine eigene Blogparade rechtfertigen. Schließlich reichte das Imperium romanum in seiner größten Ausdehnung 117 n. Chr. vom Atlantik bis zum Schwarzen Meer und von der Nordsee bis zum Mittelmeer. Letzteres nannten die Römer "mare nostrum", unser Meer, da es vom römisch beherrschten Gebiet  vollständig umschlossen wurde. 

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Guck mal, wer da bloggt! (Teil 5) - Der Blog des Landesmuseums Württemberg

Blick in den Innenhof des Alten Schlosses Stuttgart, in dem das Landesmuseum Württemberg untergebracht ist (Foto: maxmann via pixabay.de)
Blick in den Innenhof des Alten Schlosses Stuttgart, in dem das Landesmuseum Württemberg untergebracht ist (Foto: maxmann via pixabay.de)

Neu in der musealen Blogosphäre ist der Blog des Landesmuseums Württemberg (LMW-Blog) in Stuttgart. Seit Dezember 2017 berichtet ein Team aus Mitarbeitern zu allen möglichen Themen rund um die Arbeit des Hauses. Die Selbstdarstellung des Autorenkollektivs ("Über uns")  ist  bemerkenswert: "Wir kommen aus unterschiedlichen Städten und Ländern, sprechen verschiedene Sprachen, haben zahlreiche Interessen und arbeiten in vielfältigen Bereichen."  Gemeinsam sei ihnen "...die Leidenschaft für die Museumsarbeit, die Geschichte Württembergs und die Objekte ...", mit denen sie arbeiteten, die sie erforschten und für das Publikum zugänglich machten.  Die Leserschaft wird ausdrücklich zur Interaktion in Form von Kommentaren und Fragen sowie zum Abonnieren und zum Teilen der Beiträge auf unterschiedlichen Social Media-Plattformen (YouTube, Facebook, Twitter, Instagram, Google+) des LMW. Obwohl der Blog erst seit wenigen Monaten besteht, enthält er bereits eine bemerkenswerte Anzahl von Beiträgen, die Freude am Weiterlesen wecken und natürlich zum Besuch des Museums einladen. Aus meiner Sicht ist der Blog des LMW ein gelungener Einstieg in die museale Blogosphäre.

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Lucius Poblicius und die große Kirche gegenüber von McDonald's - Ein Beitrag zur Blogparade: "Mein Kulturblick!“ #KultBlick

Köln, museum, Dom, Gotik, Roncalliplatz
Roncalliplatz mit Dom und dem Römisch-Germanischen Museum (Foto: R. Arentz)

Da ruft ein archäologisches Museum zur Blogparade auf und bisher ist kein Beitrag aus der Feder eines Archäologen/einer Archäologin bzw. einer Institution dabei. Das ändere ich jetzt mal. Mein #kultblick ist - wie kann es anders sein - ein archäologischer.  Als ich den Aufruf zur Blogparade las, kamen mir spontan Kindheitserlebnisse in den Sinn, die meinen Blick auf Kultur, sprich: Archäologie entscheidend geprägt haben. Dabei spielen mein Vater, die Stadt Köln mit ihrer berühmten "großen Kirche gegenüber von Mc Donald's"  und das Römisch-Germanische Museum eine zentrale Rolle. In diesem Beitrag geht es um den gerade entdeckten Blick auf Kultur und um das, was das Erwachsen werden und Professionalisierung der Perspektive verändert hat. Es geht also um Entdecktes, Verlorenes, Wiedergefundenes oder Gewandeltes.

 

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Parforceritt durchs Paradies - Zur Ausstellung: "Iran. Frühe Kulturen zwischen Wasser und Wüste" in der Bundeskunsthalle Bonn

Rollsiegel Iran
Umzeichnung eines Rollsiegels an einer Wand der Ausstelllung (Foto: Jutta Zerres)

Wer nicht gerade Vorderasiatische Archäologie studiert hat, dem  dürfte beim Stichwort "Antike Kulturen des Iran" nicht allzu viel einfallen. Man erinnert sich bestenfalls an die Perserkriege, von denen in grauen Vorzeit einmal im Geschichtsunterricht die Rede war.  Die Bonner Ausstellung schließt die Wissenslücke und nimmt den Besucher mit auf einen wahren Parforceritt durch rund 8000 Jahre Kulturgeschichte "zwischen Wasser und Wüste" . Die Reise beginnt im 8. Jahrtausend v. Chr. mit der Sesshaftwerdung des Menschen und endet mit dem Aufstieg der Achämeniden im 1. Jahrtausend v. Chr.  Den Rahmen bilden die naturräumlichen Gegebenheiten des Iran. Das von Gebirgen umschlossene Land zeichnet sich durch landschaftliche Extreme aus: Eisige Gebirge und heiße Wüsten. Dazwischen befinden sich immer wieder Zonen, die günstige Bedingungen für das Leben der Menschen und deren kulturelle Entfaltung boten, z. B. in Tälern, an Rändern der Wüste oder am Ufer des Kaspischen Meeres. Die Abgeschiedenheit sorgte für Schutz vor Eroberungen und begünstigte die Entstehung kultureller Eigenheiten. Die Ausstellung ist das Ergebnis einer der dreieinhalbjährigen Zusammenarbeit der Bundeskunsthalle und des Nationalmuseums des Iran und der Iranian Cultural Heritage, Handicrafts and Tourism Organization. 

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Guck mal, wer da bloggt! (Teil 4) - Der Blog des "MiQua"

Rathaus, Köln, Ausgrabungen, Miqua
Blick auf die Archäologische Zone während der Ausgrabungen im jüdischen Viertel 2014, im Hintergrund das Kölner Rathaus (Foto: R. Arentz)

Als Beobachterin der archäologischen Blogosphäre (und natürlich auch als Köln-Fan) freue ich mich, dass  "MiQua - LVR - Jüdisches Museum im archäologischen Quartier" einen Blog ins Leben gerufen hat. Der Name MiQua für das neue Museum mag für manchen etwas seltsam klingen. Möglicherweise erinnert er auch an die "Mikwe", also an das jüdische Ritualbad, das Teil des mittelalterlichen jüdischen Viertels von Köln war. Die Abkürzung steht aber für "Mitten im Quartier".  Der im Aufbau befindliche Museumskomplex soll das mittelalterliche Judenquartier, das ebenfalls mittelalterliche Goldschmiedeviertel  und das römische Prätorium, den Palast der kaiserlichen Provinzstatthalters, präsentieren. Die Besucher können hier rund 2000 Jahre Stadtgeschichte an einem Ort erleben.

Der Blog macht den Vorgang des Museumsaufbaus sowohl in architektonischer als auch in inhaltlich Sicht transparent. Er ermöglicht  den Bürgern und Touristen bereits vor der offiziellen Eröffnung einen virtuellen Blick vor und hinter die Kulissen.  Die Beiträge stammen vom gesamten Team einschließlich des Gründungsleiters Dr. Thomas Otten sowie von einigen Gastautoren.  

Es gibt sechs Rubriken. In "Ausgegraben" geht es um Funde, Befunde und Ausstellungsobjekte; in "Baugeschehen" gibt es Infos rund um den Bau und unter der Überschrift "Reinschauen" wird über das Museumskonzept, die Ausstellung und über die Arbeit des Teams berichtet. Die Rubrik "Termine" bietet Infos über Vorträge und Führungen.  Der Förderverein "MiQua-Freunde" stellt sich vor unter dem Titel "Mitmachen".  "Unterwegs" berichtet von Tagungen und Ausstellungen anderer Museen.

Der Blog ist in der archäologischen Blogosphäre ein Novum: Nie wurde der Aufbau eines archäologischen Museums in Deutschland auf diese Art nach außen dokumentiert.  Man darf also gespannt sein, was sich dort zukünftig tun wird. Der ArchaeoZeit-Blog bleibt dran...

 

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Zwischen lieb und fies - Die Trierer Ausstellungs-Trilogie zu Nero

Nero in Trier
Wer möchte mal mitspielen im kaiserlichen Intriganten-Stadl? Das Stadtmuseum Simeonstift hält Masken für das Besucher-Selfie bereit ( v. l. n. r.): Agrippina Minor, Nero, Seneca, Poppea Sabina und noch mal Nero (Foto: J. Zerres)

Die Nachwelt geht nicht immer fair mit den Protagonisten der Geschichte um. So auch im Falle von Kaiser Nero (37-68). Die Vorstellungen von ihm, die wir alle im Kopf haben, sind überaus schillernd und in vielfacher Hinsicht negativ: Antichrist, Frauenheld, Künstler, Prunksüchtiger, Wahnsinniger, Muttersöhnchen, Machtmensch, Brandstifter, Intrigant, Tyrann, Hedonist, Schöngeist, Visionär, Volksheld, Lustmolch, Exzentriker... Neros schlechter Leumund resultiert aus den Berichte der antiken Autoren Plinius d. J., Tacitus, Cassius Dio und Sueton. Allesamt waren sie Aristokraten und den Angehörigen dieser Gruppe hatte der Herrscher mehrfach übel mitgespielt. So ist es leicht zu verstehen, welcher Groll hinter der Negativ-PR steckt. Auch die frühchristliche Propaganda leistete ihren Beitrag, um Neros Ruf endgültig zu verderben. Aber was ist wirklich wahr, was ist gelogen? Die Antworten auf diese Fragen gibt es derzeit  in Trier. Hier wird in einer dreiteiligen Ausstellung das Nero-Bild im Spiegel neuerer altertumskundlicher Forschung und künstlerischer Reflexion einer Generalüberprüfung und Feinjustierung unterzogen. 

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Das römische Mainz für Fortgeschrittene - Ein Beitrag zur Blogparade: Mein Kulturtrip im Sommer für Dich - #KultTrip

Mainz, Römer
Zaun des Baugeländes des neuen Archäologischen Zentrums in Mainz (Foto: J. Zerres)

Zu einem gelungenen Kulturtrip gehört für mich unbedingt der Besuch von archäologischen Stätten und Museen. Für uns Archäologen gilt nämlich: Sightseeing is siteseeing.  Wir kommen halt nicht raus aus unserer Haut und können es nicht lassen auch in der Freizeit Dinge anzuschauen, die mit dem Beruf zu tun haben.  So sind wir halt...

Das römische Mainz verdient einen Blick oder besser gleich mehrere! Es gibt nämlich im Vergleich  mit vielen anderen Orten mit römischen Wurzeln eine ganze Menge zu sehen. Vieles davon ist ungewöhnlich, einmalig. Die Stätten geben eine Idee von der Bedeutung und Größe der einstigen Garnisons- und Provinzhauptstadt. Meines Erachtens muss Mainz im puncto "Bedeutende Zeugnisse der Römerzeit" den Vergleich mit Trier nicht scheuen. Allerdings sind die hiesigen archäologischen Stätten bis auf wenige Ausnahmen - im Gegensatz zu den Trierer Monumenten -  alles andere als gut präsentiert und für den Tourismus aufbereitet. Mit dem Aufstellen von Wegweisern oder Informationstafeln ist man hier recht zurückhaltend. Zuweilen wirken einige Stätten etwas vernachlässigt und verwildert. Dabei ließe sich in Sachen Attraktivität für Touristen (und Einheimische) ein ganze Menge machen. Als Fan digitaler Medien  könnte ich mir z. B. eine App vorstellen, mit der die Besucher auf Besichtigungstour gehen könnten. Ich kann bei bestem Willen nicht alle Informationen zum römischen Mainz hier in diesen Bericht packen. Das würde den Rahmen sprengen. Es sind aber weitergehenden Informationen zu einzelnen Besichtigungspunkten verlinkt. Es empfiehlt sich also mit dem Smartphone/Tablet unterwegs zu sein und an Ort und Stelle weitere Infos abzurufen.

Links: Hie

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Eine Gussform als Grabbeigabe - Zur Neugestaltung der Frühmittelalter-Abteilung des Stadt- und Industriemuseums Rüsselsheim (Teil 2)

Zweiteilige Gussform aus dem Fundarchiv des Rüsselsheimer Museums (Foto: H. Fuchs, Stadt- und Industriemuseum Rüsselsheim)
Zweiteilige Gussform aus dem Fundarchiv des Rüsselsheimer Museums (Foto: H. Fuchs, Stadt- und Industriemuseum Rüsselsheim)

Man soll ja bloß nicht glauben, dass Archäologen permanent neue Ausgrabungen durchführen müssen, um den Forschungsstand zu erweitern. Es reicht oft schon völlig aus die Fundarchive von Museen oder der Bodendenkmalpflege zu sichten. Dort ruhen viele Objekte, die häufig kaum bekannt oder gar abschließend wissenschaftlich ausgewertet sind. Zuweilen kann man auf diesem Wege ungeahnte Entdeckungen machen. Auf ein solches Stück stieß ich während meiner Arbeit an der Neukonzeption der Frühmittelalter-Abteilung des Museums Rüsselsheim. 

Im Frühjahr 2014 ging ich ins Museumsarchiv, um mir einen allgemeinen Überblick über den Bestand und den Zustand der Objekte zu verschaffen. Welche Stücke könnte man wohl in der neuen Dauerausstellung präsentieren und was kann man thematisch mit ihnen erzählen? In zahlreichen kleinen und großen Pappschachteln sorgsam verpackt fand ich die Gegenstände, die im 6. und 7. Jahrhundert als Beigaben in Gräber der Einwohner der Siedlungen in und um Rüsselsheim gelegt worden waren: Knickwandtöpfe, Fibeln, Ringe, Gürtelschnallen und -beschläge, Messer, Glasgefäße, Perlen, Spinnwirtel, Kämme, Waffen usw.

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