Funde

Eine Gussform als Grabbeigabe - Zur Neugestaltung der Frühmittelalter-Abteilung des Stadt- und Industriemuseums Rüsselsheim (Teil 2)

Zweiteilige Gussform aus dem Fundarchiv des Rüsselsheimer Museums (Foto: H. Fuchs, Stadt- und Industriemuseum Rüsselsheim)
Zweiteilige Gussform aus dem Fundarchiv des Rüsselsheimer Museums (Foto: H. Fuchs, Stadt- und Industriemuseum Rüsselsheim)

Man soll ja bloß nicht glauben, dass Archäologen permanent neue Ausgrabungen durchführen müssen, um den Forschungsstand zu erweitern. Es reicht oft schon völlig aus die Fundarchive von Museen oder der Bodendenkmalpflege zu sichten. Dort ruhen viele Objekte, die häufig kaum bekannt oder gar abschließend wissenschaftlich ausgewertet sind. Zuweilen kann man auf diesem Wege ungeahnte Entdeckungen machen. Auf ein solches Stück stieß ich während meiner Arbeit an der Neukonzeption der Frühmittelalter-Abteilung des Museums Rüsselsheim. 

Im Frühjahr 2014 ging ich ins Museumsarchiv, um mir einen allgemeinen Überblick über den Bestand und den Zustand der Objekte zu verschaffen. Welche Stücke könnte man wohl in der neuen Dauerausstellung präsentieren und was kann man thematisch mit ihnen erzählen? In zahlreichen kleinen und großen Pappschachteln sorgsam verpackt fand ich die Gegenstände, die im 6. und 7. Jahrhundert als Beigaben in Gräber der Einwohner der Siedlungen in und um Rüsselsheim gelegt worden waren: Knickwandtöpfe, Fibeln, Ringe, Gürtelschnallen und -beschläge, Messer, Glasgefäße, Perlen, Spinnwirtel, Kämme, Waffen usw.

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