Museum

Guck mal, wer da bloggt! (Teil 5) - Der Blog des Landesmuseums Württemberg

Blick in den Innenhof des Alten Schlosses Stuttgart, in dem das Landesmuseum Württemberg untergebracht ist (Foto: maxmann via pixabay.de)
Blick in den Innenhof des Alten Schlosses Stuttgart, in dem das Landesmuseum Württemberg untergebracht ist (Foto: maxmann via pixabay.de)

Neu in der musealen Blogosphäre ist der Blog des Landesmuseums Württemberg (LMW-Blog) in Stuttgart. Seit Dezember 2017 berichtet ein Team aus Mitarbeitern zu allen möglichen Themen rund um die Arbeit des Hauses. Die Selbstdarstellung des Autorenkollektivs ("Über uns")  ist  bemerkenswert: "Wir kommen aus unterschiedlichen Städten und Ländern, sprechen verschiedene Sprachen, haben zahlreiche Interessen und arbeiten in vielfältigen Bereichen."  Gemeinsam sei ihnen "...die Leidenschaft für die Museumsarbeit, die Geschichte Württembergs und die Objekte ...", mit denen sie arbeiteten, die sie erforschten und für das Publikum zugänglich machten.  Die Leserschaft wird ausdrücklich zur Interaktion in Form von Kommentaren und Fragen sowie zum Abonnieren und zum Teilen der Beiträge auf unterschiedlichen Social Media-Plattformen (YouTube, Facebook, Twitter, Instagram, Google+) des LMW. Obwohl der Blog erst seit wenigen Monaten besteht, enthält er bereits eine bemerkenswerte Anzahl von Beiträgen, die Freude am Weiterlesen wecken und natürlich zum Besuch des Museums einladen. Aus meiner Sicht ist der Blog des LMW ein gelungener Einstieg in die museale Blogosphäre.

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Lucius Poblicius und die große Kirche gegenüber von McDonald's - Ein Beitrag zur Blogparade: "Mein Kulturblick!“ #KultBlick

Köln, museum, Dom, Gotik, Roncalliplatz
Roncalliplatz mit Dom und dem Römisch-Germanischen Museum (Foto: R. Arentz)

Da ruft ein archäologisches Museum zur Blogparade auf und bisher ist kein Beitrag aus der Feder eines Archäologen/einer Archäologin bzw. einer Institution dabei. Das ändere ich jetzt mal. Mein #kultblick ist - wie kann es anders sein - ein archäologischer.  Als ich den Aufruf zur Blogparade las, kamen mir spontan Kindheitserlebnisse in den Sinn, die meinen Blick auf Kultur, sprich: Archäologie entscheidend geprägt haben. Dabei spielen mein Vater, die Stadt Köln mit ihrer berühmten "großen Kirche gegenüber von Mc Donald's"  und das Römisch-Germanische Museum eine zentrale Rolle. In diesem Beitrag geht es um den gerade entdeckten Blick auf Kultur und um das, was das Erwachsen werden und Professionalisierung der Perspektive verändert hat. Es geht also um Entdecktes, Verlorenes, Wiedergefundenes oder Gewandeltes.

 

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Guck mal, wer da bloggt! (Teil 4) - Der Blog des "MiQua"

Rathaus, Köln, Ausgrabungen, Miqua
Blick auf die Archäologische Zone während der Ausgrabungen im jüdischen Viertel 2014, im Hintergrund das Kölner Rathaus (Foto: R. Arentz)

Als Beobachterin der archäologischen Blogosphäre (und natürlich auch als Köln-Fan) freue ich mich, dass  "MiQua - LVR - Jüdisches Museum im archäologischen Quartier" einen Blog ins Leben gerufen hat. Der Name MiQua für das neue Museum mag für manchen etwas seltsam klingen. Möglicherweise erinnert er auch an die "Mikwe", also an das jüdische Ritualbad, das Teil des mittelalterlichen jüdischen Viertels von Köln war. Die Abkürzung steht aber für "Mitten im Quartier".  Der im Aufbau befindliche Museumskomplex soll das mittelalterliche Judenquartier, das ebenfalls mittelalterliche Goldschmiedeviertel  und das römische Prätorium, den Palast der kaiserlichen Provinzstatthalters, präsentieren. Die Besucher können hier rund 2000 Jahre Stadtgeschichte an einem Ort erleben.

Der Blog macht den Vorgang des Museumsaufbaus sowohl in architektonischer als auch in inhaltlich Sicht transparent. Er ermöglicht  den Bürgern und Touristen bereits vor der offiziellen Eröffnung einen virtuellen Blick vor und hinter die Kulissen.  Die Beiträge stammen vom gesamten Team einschließlich des Gründungsleiters Dr. Thomas Otten sowie von einigen Gastautoren.  

Es gibt sechs Rubriken. In "Ausgegraben" geht es um Funde, Befunde und Ausstellungsobjekte; in "Baugeschehen" gibt es Infos rund um den Bau und unter der Überschrift "Reinschauen" wird über das Museumskonzept, die Ausstellung und über die Arbeit des Teams berichtet. Die Rubrik "Termine" bietet Infos über Vorträge und Führungen.  Der Förderverein "MiQua-Freunde" stellt sich vor unter dem Titel "Mitmachen".  "Unterwegs" berichtet von Tagungen und Ausstellungen anderer Museen.

Der Blog ist in der archäologischen Blogosphäre ein Novum: Nie wurde der Aufbau eines archäologischen Museums in Deutschland auf diese Art nach außen dokumentiert.  Man darf also gespannt sein, was sich dort zukünftig tun wird. Der ArchaeoZeit-Blog bleibt dran...

 

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Zwischen lieb und fies - Die Trierer Ausstellungs-Trilogie zu Nero

Nero in Trier
Wer möchte mal mitspielen im kaiserlichen Intriganten-Stadl? Das Stadtmuseum Simeonstift hält Masken für das Besucher-Selfie bereit ( v. l. n. r.): Agrippina Minor, Nero, Seneca, Poppea Sabina und noch mal Nero (Foto: J. Zerres)

Die Nachwelt geht nicht immer fair mit den Protagonisten der Geschichte um. So auch im Falle von Kaiser Nero (37-68). Die Vorstellungen von ihm, die wir alle im Kopf haben, sind überaus schillernd und in vielfacher Hinsicht negativ: Antichrist, Frauenheld, Künstler, Prunksüchtiger, Wahnsinniger, Muttersöhnchen, Machtmensch, Brandstifter, Intrigant, Tyrann, Hedonist, Schöngeist, Visionär, Volksheld, Lustmolch, Exzentriker... Neros schlechter Leumund resultiert aus den Berichte der antiken Autoren Plinius d. J., Tacitus, Cassius Dio und Sueton. Allesamt waren sie Aristokraten und den Angehörigen dieser Gruppe hatte der Herrscher mehrfach übel mitgespielt. So ist es leicht zu verstehen, welcher Groll hinter der Negativ-PR steckt. Auch die frühchristliche Propaganda leistete ihren Beitrag, um Neros Ruf endgültig zu verderben. Aber was ist wirklich wahr, was ist gelogen? Die Antworten auf diese Fragen gibt es derzeit  in Trier. Hier wird in einer dreiteiligen Ausstellung das Nero-Bild im Spiegel neuerer altertumskundlicher Forschung und künstlerischer Reflexion einer Generalüberprüfung und Feinjustierung unterzogen. 

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Eine Gussform als Grabbeigabe - Zur Neugestaltung der Frühmittelalter-Abteilung des Stadt- und Industriemuseums Rüsselsheim (Teil 2)

Zweiteilige Gussform aus dem Fundarchiv des Rüsselsheimer Museums (Foto: H. Fuchs, Stadt- und Industriemuseum Rüsselsheim)
Zweiteilige Gussform aus dem Fundarchiv des Rüsselsheimer Museums (Foto: H. Fuchs, Stadt- und Industriemuseum Rüsselsheim)

Man soll ja bloß nicht glauben, dass Archäologen permanent neue Ausgrabungen durchführen müssen, um den Forschungsstand zu erweitern. Es reicht oft schon völlig aus die Fundarchive von Museen oder der Bodendenkmalpflege zu sichten. Dort ruhen viele Objekte, die häufig kaum bekannt oder gar abschließend wissenschaftlich ausgewertet sind. Zuweilen kann man auf diesem Wege ungeahnte Entdeckungen machen. Auf ein solches Stück stieß ich während meiner Arbeit an der Neukonzeption der Frühmittelalter-Abteilung des Museums Rüsselsheim. 

Im Frühjahr 2014 ging ich ins Museumsarchiv, um mir einen allgemeinen Überblick über den Bestand und den Zustand der Objekte zu verschaffen. Welche Stücke könnte man wohl in der neuen Dauerausstellung präsentieren und was kann man thematisch mit ihnen erzählen? In zahlreichen kleinen und großen Pappschachteln sorgsam verpackt fand ich die Gegenstände, die im 6. und 7. Jahrhundert als Beigaben in Gräber der Einwohner der Siedlungen in und um Rüsselsheim gelegt worden waren: Knickwandtöpfe, Fibeln, Ringe, Gürtelschnallen und -beschläge, Messer, Glasgefäße, Perlen, Spinnwirtel, Kämme, Waffen usw.

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Noch Luft nach oben - Archäologische Museen im Social Web

Frühform eines sozialen Netzwerkes ? (Foto: blickpixel via pixabay.de)
Frühform eines sozialen Netzwerkes ? (Foto: blickpixel via pixabay.de)

Am 3. März dieses Jahres veröffentlichte der "Standard" in seinem Online-Angebot einen Artikel über die Social-Media-Nutzung Wiener Museen. Die Bilanz fällt dabei positiv aus. Professionelles Marketing im Internet sei für die Kulturinstitutionen mittlerweile ein unverzichtbares Instrument der Öffentlichkeitsarbeit, das aber nicht "nebenher erledigt" werden könne. Der Erfolg sei darauf zurückzuführen, dass Geld investiert und die Angelegenheit in professionelle Hände gelegt worden sei. Die Zahlen der Facebook-Likes, Twitter-Follower und Instagram-Abonnenten von Häuser wie der Albertina oder des Kunsthistorischen Museums müssen den Vergleich zu den Mengen der realen Besucher nicht scheuen. Auch aus dem angelsächsischen Bereich werden ähnliche Erfolge berichtet.

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Guck mal, wer da bloggt! (Teil 1) - Die Blogosphäre archäologischer Museen unter der Lupe

Bloggende Archäologie-Museen? (Foto: Florian Klauer via stocksnap.io)
Bloggende Archäologie-Museen? (Foto: Florian Klauer via stocksnap.io)

Was mich während der Gestaltung der neuen Frühmittelalter-Abteilung im Rüsselsheimer Museum noch bewegte, war die Frage, ob über den Entstehungsprozess einer archäologischen Ausstellungen bereits einmal in einem Blog berichtet wurde. Schließlich ist die Verwirklichung eines Ausstellungsprojektes ein spannender Vorgang, der sehr kreativ ist, der aber auch mit Irrungen und Wirrungen einhergeht. Er verlangt von allen Beteiligten viel Sitzfleisch, eine große Bereitschaft zur Kommunikation bis hin zur Streitlust sowie Entscheidungsfreudigkeit. Es müssen Themen gefunden, Konzepte erstellt, Objekte ausgewählt, Recherchen nach Ausstellungsstücken und Leihanfragen gemacht, die Präsentation und die Ausstellungslandschaft geplant sowie Texte für die Ausstellung und den Katalog verfasst werden. Über allem stehen die Fragen: Was will man erzählen und wie will man es erzählen? Was interessiert die Besucher/innen? Wie kann man die Ausstellung möglichst attraktiv und ansprechend gestalten?

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Was hat Rüsselsheim mit einem Rüssel zu tun?  - Zur Neugestaltung der Frühmittelalter-Abteilung des Stadt- und Industriemuseums Rüsselsheim (Teil 1)

Woher kommt der Name Rüsselsheim? (Foto: FeeLoona via Pixabay.de, Lizenz: CC0 Public Domain)
Woher kommt der Name Rüsselsheim? (Foto: FeeLoona via Pixabay.de, Lizenz: CC0 Public Domain)

Kurz gesagt: Nix! Der Ortsname hat rein gar nichts mit den prägnanten Nasenorganen von Dickhäutern zu tun und für alle Scherzkekse und Freunde des schlüpfrigen Humors sei außerdem noch bemerkt: Rüsselsheim ist auch keine Umschreibung einer Herrenunterhose. Damit hätten wir das auch geklärt.

 

Woher kommt der Name also? Er leitet sich von "Rucile(n)sheim" ab, was soviel bedeutet wie Heim/Siedlung eines (gewissen Herrn) Rucilin. Bei diesem dürfte es sich wohl um den Ortsgründer handeln. Die älteste Erwähnung von Rucile(n)sheim findet man im sogenannten "Lorscher Urbar" aus der Zeit zwischen 834 und 850. Das ist eine Auflistung von Abgaben und Diensten, die Bauern für den König leisten mussten. Die Endung "-heim" bei Ortsnamen, die besonders in der Rhein-Main-Region häufig auftritt, verweist darauf, dass die Ursprünge der kleinen Stadt am Unterlauf des Mains in der Zeit der Frankenherrschaft (Ende 5. Jahrhundert bis ins 8. Jahrhundert) liegen.

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