Römerzeit

Zwischen lieb und fies - Die Trierer Ausstellungs-Trilogie zu Nero

Nero in Trier
Wer möchte mal mitspielen im kaiserlichen Intriganten-Stadl? Das Stadtmuseum Simeonstift hält Masken für das Besucher-Selfie bereit ( v. l. n. r.): Agrippina Minor, Nero, Seneca, Poppea Sabina und noch mal Nero (Foto: J. Zerres)

Die Nachwelt geht nicht immer fair mit den Protagonisten der Geschichte um. So auch im Falle von Kaiser Nero (37-68). Die Vorstellungen von ihm, die wir alle im Kopf haben, sind überaus schillernd und in vielfacher Hinsicht negativ: Antichrist, Frauenheld, Künstler, Prunksüchtiger, Wahnsinniger, Muttersöhnchen, Machtmensch, Brandstifter, Intrigant, Tyrann, Hedonist, Schöngeist, Visionär, Volksheld, Lustmolch, Exzentriker... Neros schlechter Leumund resultiert aus den Berichte der antiken Autoren Plinius d. J., Tacitus, Cassius Dio und Sueton. Allesamt waren sie Aristokraten und den Angehörigen dieser Gruppe hatte der Herrscher mehrfach übel mitgespielt. So ist es leicht zu verstehen, welcher Groll hinter der Negativ-PR steckt. Auch die frühchristliche Propaganda leistete ihren Beitrag, um Neros Ruf endgültig zu verderben. Aber was ist wirklich wahr, was ist gelogen? Die Antworten auf diese Fragen gibt es derzeit  in Trier. Hier wird in einer dreiteiligen Ausstellung das Nero-Bild im Spiegel neuerer altertumskundlicher Forschung und künstlerischer Reflexion einer Generalüberprüfung und Feinjustierung unterzogen. 

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Das römische Mainz für Fortgeschrittene - Ein Beitrag zur Blogparade: Mein Kulturtrip im Sommer für Dich - #KultTrip

Mainz, Römer
Zaun des Baugeländes des neuen Archäologischen Zentrums in Mainz (Foto: J. Zerres)

Zu einem gelungenen Kulturtrip gehört für mich unbedingt der Besuch von archäologischen Stätten und Museen. Für uns Archäologen gilt nämlich: Sightseeing is siteseeing.  Wir kommen halt nicht raus aus unserer Haut und können es nicht lassen auch in der Freizeit Dinge anzuschauen, die mit dem Beruf zu tun haben.  So sind wir halt...

Das römische Mainz verdient einen Blick oder besser gleich mehrere! Es gibt nämlich im Vergleich  mit vielen anderen Orten mit römischen Wurzeln eine ganze Menge zu sehen. Vieles davon ist ungewöhnlich, einmalig. Die Stätten geben eine Idee von der Bedeutung und Größe der einstigen Garnisons- und Provinzhauptstadt. Meines Erachtens muss Mainz im puncto "Bedeutende Zeugnisse der Römerzeit" den Vergleich mit Trier nicht scheuen. Allerdings sind die hiesigen archäologischen Stätten bis auf wenige Ausnahmen - im Gegensatz zu den Trierer Monumenten -  alles andere als gut präsentiert und für den Tourismus aufbereitet. Mit dem Aufstellen von Wegweisern oder Informationstafeln ist man hier recht zurückhaltend. Zuweilen wirken einige Stätten etwas vernachlässigt und verwildert. Dabei ließe sich in Sachen Attraktivität für Touristen (und Einheimische) ein ganze Menge machen. Als Fan digitaler Medien  könnte ich mir z. B. eine App vorstellen, mit der die Besucher auf Besichtigungstour gehen könnten. Ich kann bei bestem Willen nicht alle Informationen zum römischen Mainz hier in diesen Bericht packen. Das würde den Rahmen sprengen. Es sind aber weitergehenden Informationen zu einzelnen Besichtigungspunkten verlinkt. Es empfiehlt sich also mit dem Smartphone/Tablet unterwegs zu sein und an Ort und Stelle weitere Infos abzurufen.

Links: Hie

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"Ablativus absolutus" ist kein Toilettenreiniger! - Ein museumspädagogischer Workshop zur lateinischen Epigraphik für SchülerInnen

Inschriften Römer Latein Epigraphik
Inschriftenwand in einer Kirche in Rom (Foto: pjes via Pixabay.de)

Lateinische Inschriften? Iiiihhhh!!!!  Aber allen Lateinmuffeln, die so denken, sei versichert: Es gibt Hoffnung, denn die Sache ist halb so wild!  Der Schatz an Vokabeln, der hierfür benötigt wird, ist noch deutlich geringer als der, den man für die Lektüre von Cäsars berühmt-berüchtigtem "De bello gallico" auf der Pfanne haben muss. Auch das Auftreten von perfiden grammatischen Gemeinheiten und von Satzungetümen à la Cicero sind nicht zu erwarten. Was die Sache - zugegebenermaßen - dann doch etwas ungemütlich macht, sind die vielen Abkürzungen. Aber: Die Generation "Smartphone" ist dabei klar im Vorteil, denn auch in der heutigen SMS- und  Chatsprache gibt es das Phänomen der Abkürzungen, die aus dem selben Grund erfunden wurden wie die Abkürzungen auf den Inschriftensteinen der Römer: Platzmangel. Man kann eine Reihe von Informationen auf der begrenzten Fläche eines Steines bzw. in einer SMS mit limitierter Zeichenzahl unterbringen, wenn man allseits bekannte, immer wiederkehrende Worte und Formeln abkürzt. Hier einige Kostproben:

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Unterwegs mit ArchaeoZeit - Eine Exkursion in den Archäologischen Park Xanten

Xanten, Archäologie, Museum
Römerfans im APX

"Lass uns doch mal nach Xanten fahren!", meinte meine Freundin Regina vor einiger Zeit. Kein Problem! Schließlich handelt es sich um eines meiner Leib- und Magenthemen in der Provinzialrömischen Archäologie, denn ich habe über die Ausgrabungen, die zur Rekonstruktion des Hafentempels führten meine Doktorarbeit geschrieben. 

Regina sammelte ein Grüppchen munterer und wissensdurstiger Römerfans um sich und los ging's. Der Wettergott schien allerdings nur bedingt ein Xanten-Fan zu sein und überschüttet uns zeitweise heftig. Aber echte Römerfans lassen sich durch nichts abschrecken!

Zunächst besichtigten wir das RömerMuseum, das sich nicht nur durch seine spektakuläre Architektur auszeichnet, sondern auch durch eine moderne Ausstellungskonzeption. Diese machte es mir leicht die Geschichte der römischen Besiedlung von Xanten kompakt und übersichtlich zu vermitteln. 

Nach dem fast zweistündigem Kulturgenuss stärkten wir uns im nahegelegen Café. Mit dem neugewonnenen Wissen starteten wir danach den Rundgang durch den Park, der mit seinen zahlreichen Rekonstruktionen alleine schon ein nachmittagfüllendes Programm bietet. An diesem Wochenende (25./26.6.2016) fand zudem noch das alljährliche Römerfest "Schwerter, Brot und Spiele" im Archäologischen Park statt, bei dem eine Reihe von Reenactment-Gruppen aus verschiedenen Ländern auftreten. Legionäre marschieren auf, zeigen Lagerleben und Kampftechniken, Handwerker lassen sich über die Schulter gucken, Gladiatoren kämpfen in der Arena und Köstlichkeiten aus der Römerküche können probiert werden. Es gibt zahlreiche Mitmachaktionen für Klein und Groß, die die römische Alltagskultur lebendig werden lassen. Die Veranstaltung mit ca. 400 Mitwirkenden erwies sich als ein echter Mehrwert für die Exkursion. Ein Besuch des Xantener Domes und ein leckeres Abendessen beim Italiener in der Innenstadt rundeten diesen erlebnisreichen Tag ab. 

 

Interner Link

Weitere Info: www.lvr.apx.de

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